Retrospektive zur Sommerpause

Nach knapp drei Monaten CCD School (CCDS) in München, sind wir jetzt in die Sommerpause gegangen. Zeit für eine kurze Reflexion. Die CCDS ist ja ein Experiment bzw. ein kleines Start-up. Da lohnt die Frage, ob die These bestätigt ist bzw. es Zeit für ein Pivoting ist oder alles weitergehen kann wie bisher.

Die Grundthese halten wir für bestätigt. Das Lernen in kleinen, regelmäßigen Happen ist eine sehr gute Sache. Fortschritt ist individuell möglich. Und die Anleitung beim Lernen ist wichtig. Dazu hat es nur positive Rückmeldung gegeben.

Den Unterrichtsplan haben wir allerdings nicht genau eingehalten. Am Anfang jedes Unterrichtsblocks gab es zwar eine Zeit gemeinsamer Arbeit, doch das Thema hat sich meist spontan ergeben. Mal war da mehr Vortrag durch Stefan oder mich, mal mehr allgemeine Diskussion. Das fühlte sich recht organisch an. Dennoch ist es gut, den Themenkomplex in kleinere Einheiten aufgeteilt im Hinterkopf zu haben. Die Vorarbeit für den Unterrichtsplan war also nicht vergebens.

Die plattformspezifischen Anteile werden wir aber streichen. Nicht, dass wir dazu nichts mehr sagen wollen, nur sollen die nicht mehr Bestandteil eines offiziellen Curriculums sein. Es hat sich gezeigt, dass der Unterricht sehr gut plattformübergreifend funktioniert. C# oder Java oder JavaScript? Das ist nicht wirklich wichtig. Als Trainer kommen wir mit allen zurecht – im Zweifelsfall müssen halt die Teilnehmer etwas in ihre Plattform einsteigen, um das eine oder andere Implementationsdetail mal zu erforschen. Aber auch das ist ja eine Sache, die kann man lernen und die gehört auch zum (selbstständigen) Lernen.

Der Knackpunkt bei der CCDS ist – das war nicht anders zu erwarten – der Aufwand. Oder genauer: Das Verhältnis von Aufwand und Effekt. München hat sich leider nicht als so offen für die CCDS herausgestellt, wie wir es gedacht hatten. Die Münchener .NET User Group hatte kein Interesse. Aus den 219 angeschriebenen Mitgliedern der CCD Gruppe bei XING gab es nur 2-3 Rückmeldungen. Sehr schade.

Andere Communities jedoch waren, als sie davon gehört haben, viel interessierter. Allen voran in Berlin und im Rhein/Main Gebiet hat man gefragt, ob wir nicht auch dort die CCDS öffnen könnten. Und dann gab es noch ein paar Anfragen nach inhouse Schools.

Diesen Widerspruch zu unserer These “Im Süden ist die Entwicklerdichte am höchsten, da finden wir am ehesten Teilnehmer” werden wir jetzt mal in der Sommerpause diskutieren.

Angesichts des Aufwands stellt sich auch die Frage nach der Frequenz. Knapp 3 Monate jede Woche in der Ferne vor Ort sein, belastet den Reisemuskel sehr stark. Auch der eng getaktete regelmäßige Einsatz ist schwer mit unseren sonstigen Trainings- und Beratungsaktivitäten schwer zu vereinbaren. Was für die Teilnehmer gut ist, belastet uns als Trainer. Da müssen wir die Balance auch noch besser einstellen.

Ich denke, zweierlei könnte sich ändern: Die CCDS könnte in Semestern stattfinden. Die wären 2-3 Monate lang; es könnte Spring, Summer, Autumn, Winter Schools geben.

Oder mit der Frequenz könnten wir spielen. Ist Unterricht jede Woche wichtig oder reicht es alle 2 oder 4 Wochen? Ich denke, das wichtigste ist, den Abstand nicht zu groß zu machen. Unterrichtsblöcke im Monatsabstand scheinen mir da das Äußerste.

Wenn die Frequenz sinkt, müsste aber wohl auch etwas an der Dauer gedreht werden, sonst kommt nicht genug Stoff zusammen für eine größere Pause zwischen den Blöcken. Alle 3-4 Wochen 1 ganzer Tag oder 2 halbe Tage (Nachmittag + Vormittag) könnten ausreichen.

Soweit der Präsenzunterricht. Dazu könnte eine Betreuung aus der Ferne kommen. Im Jahr 2013 sollte es doch machbar sein, in kleinen Gruppen online zu arbeiten: Screensharing, Video… das ist doch kein Hexenwerk. Angebote gibt es viele. Was ist aber wirklich verlässlich für 1-2 Stunden online Treff? In dieser Hinsicht werden wir auch experimentieren müssen, um besser zu skalieren. Ausschließlich online lernen, halte ich für keine gute Sache. Regelmäßig ausschließlich lernen in offline Präsenz ist schwierig. Der Mix wird es machen.

In jedem Fall hat es uns bei aller Reiseanstrengung Spaß gemacht. Und den Teilnehmern auch. Wir bleiben also dran, dieses Lernangebot aufrecht zu erhalten.

 

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